19. Mai 2010

Auf der Sonnenseite – auch bei Nacht

Wenn sich zwischen Schlechtwetterfronten über Payerne ein windstilles, regenfreies Fenster auftut, stehen die Chancen gut für einen neuen Testflug bei Solar Impulse. Insgesamt vier Flüge hat der Solar Impulse Prototyp HB-SIA seit April inzwischen erfolgreich bestritten. Immer länger und immer höher.  Getestet wurden das Flug- und Manövrierverhalten des Flugzeugs. Auch seine Leistungsfähigkeit wurde überprüft, genauso wie die Auswirkung jeder Feinjustierung an der Maschine.

Beim dritten Testflug startete das Flugzeug erstmals mit der vorgesehenen Cockpitverkleidung. Bisher wurde diese noch durch ein Sicherheitsgestell ersetzt, das den Testpiloten Markus Scherdel vor möglicherweise berstenden Flügelteilen schützen sollte. Alles gelungen: die Aerodynamik ist wieder hergestellt, der Wind hat die Hülle nicht verformt und die Scheiben blieben klar.

Bei den nächsten Testflügen des Prototypen werden die Solarpanels im Fokus stehen. Zunächst bei Tag, dann bei Nacht. Werden die rund 12.000 Photovoltaik-Zellen, die im Flügel des HB-SIA eingelassen sind, ausreichend Energie erzeugen, um das Solarflugzeug allein mit der Kraft der Sonne durch die Nacht zu bringen? Die bei Sonnenlicht gesammelte Energie soll zum Teil sofort für den Antrieb genutzt, zum größten Teil jedoch in Batterien für den Flug durch die Dunkelheit gespeichert werden. Schon in den kommenden Wochen wollen die beiden Pioniere Bertrand Piccard und André Borschberg die große Herausforderung wagen: als erstes bemanntes Solarflugzeug soll der Prototyp zum ersten Mal bei Nacht fliegen. Noch vor dem Sommer ist dann ein weiterer Meilenstein auf dem Weg in eine saubere Zukunft geplant: ein 36-Stunden Flug über einen kompletten Tag-Nacht-Tag-Zyklus, ausschließlich von Sonnenenergie angetrieben.

„Wir wollen den Menschen zeigen, dass der nachhaltige Umgang mit unseren Ressourcen das größte Abenteuer unserer Zeit ist“, sagt Solar Impulse Initiator Bertrand Piccard. Denn: „Wenn ein Flugzeug Tag und Nacht ohne Treibstoff fliegen kann, wird uns niemand mehr weismachen, dass sich unsere Gesellschaft nicht auch von den fossilen Brennstoffen lösen kann!“

Der 36-Stunden-Flug wird hier per live-Webcast zu verfolgen sein.

 


 



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Letzte Änderung: 6.1.2010
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