Vom 27. bis 31. Januar findet im schweizerischen Davos das 40. jährliche Weltwirtschaftsforum statt, das in diesem Jahr unter dem Motto „Improve the state of the world: rethink, redesign, rebuild“ (Den Zustand der Welt verbessern: neu durchdenken, neu gestalten, neu aufbauen) steht.
Josef Ackermann, Mitglied des Foundation Board des Weltwirtschaftsforums, wird in diesem Jahr in der Funktion des Vizevorsitzenden an dem Treffen teilnehmen.
In einem im Vorfeld der Veranstaltung aufgezeichneten Videointerview bezeichnete der Vorsitzende des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutschen Bank das diesjährige Forum als besonders wichtig. „Wir dürfen nicht vergessen, dass das Jahr 2010 ein entscheidendes Jahr sein wird – für uns, für unsere Volkswirtschaften, für unsere Bürger und für die weltweite Gesellschaft als Ganzes. Die anstehenden Herausforderungen sind möglicherweise größer als jemals zuvor.“
In Bezug auf die Ziele des diesjährigen Forums sagte Ackermann, dass eine engere internationale Zusammenarbeit zwischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsführern vonnöten sei. „Wir müssen die richtigen regulatorischen Maßnahmen und das richtige Maß bei der Reaktion auf die Finanzkrise ermitteln und mit der Rückzahlung der finanziellen Verpflichtungen beginnen, die sich daraus ergeben haben.“
Im Hinblick auf die zentralen Säulen eines neuen inländischen und internationalen aufsichtsrechtlichen Regelwerks für Finanzinstitute gibt es laut Ackermann vier zentrale Elemente, darunter „gesunde Eigenkapitalquoten, die mit den zugrunde liegenden Risiken im Einklang stehen“, erklärte er. „Wir müssen jedoch aufpassen, dass wir die Konjunktur nicht hemmen. Zweitens benötigen wir eine stabilere Marktinfrastruktur, die uns die Abwicklung gescheiterter Institute ermöglicht, ohne dabei das Finanzsystem zu gefährden. Mit verbesserter Transparenz, Liquidität und Zuverlässigkeit können wir das Vertrauen der Anleger in die höchst komplexen Märkte wieder aufbauen.“
„Drittens benötigen wir zusätzlich zu einer stabileren Infrastruktur wirksame Regelwerke für Notfallpläne und Abwicklungen, um große und komplexe Finanzinstitute auf geordnete Weise aufzulösen. Zudem müssen die neuen Regelungen international aufeinander abgestimmt werden, um wettbewerbsrechtliche Verzerrungen, eine Zersplitterung der Märkte letztendlich eine Re-Nationalisierung der globalen Wirtschaft zu vermeiden.“
Das vollständige Videointerview ist hier verfügbar.
Ein Bericht des Weltwirtschaftsforums zum Thema „Global Risks 2010“ ist im Anhang zu finden (nur auf Englisch verfügbar).